Jo Nesbø: Leopard

Bei den Kindle-Gratis Tagen hatte ich mir unter anderem den Roman Leopard von Jo Nesbø heruntergeladen. In den letzten Tagen habe ich diesen Roman dann auf dem iPad und dem iPhone in der jeweiligen Kindle-App gelesen. Hier an dieser Stelle soll es zunächst inhaltlich um den Roman gehen. An anderer Stelle werde ich über das eBook und die Kindle-App selbst schreiben.

“Leopard” war der erste Roman, den ich von Jo Nesbø gelesen haben. Es war aber nicht der erste skandinavische Krimi. So habe ich bereits die Stieg Larsson-Trilogie (Verblendung, Verdammnis und Vergebung) gelesen, die bekannterweise in Schweden spielen. In Dänemark hingegen spielen die Romane rund um Carl Mørck (Schändung, Erbarmen und Erlösung) von Jussi Adler-Olsen. Leopard spielt nun in Norwegen.

All diesen skandinavischen Krimis gemein ist die doch teilweise recht brutale Schilderung von Gewaltverbrechen, die teilweise regelrechte Foltergeschichten sind. Mir kommt vor, dass die Autoren hier sehr darauf setzen, dass beim Leser eine Art Voyeurismus entfacht wird, um sie an das Buch zu binden. Ich empfinde diese Stellen eher als abstoßend.

In “Leopard” werden zu Beginn gleich zwei Frauen auf eine solche folternde Art ermordet.

Spannend ist dann aber die Geschichte wie diese Morde aufgeklärt werden. Auch in Jo Nesbøs Roman wird rund um den Hauptermittler Harry Hole eine Geschichte erzählt, die von Liebesgeschichte bis Familiendrama reicht. Zu dem kommt noch ein Kampf zweier Ermittlungsbehörden hinzu, die um die Vormachtstellung in der Aufklärung von Kapitalverbrechen kämpfen. Ebenso wie in Adler-Olsens Romanen ist der Hauptdarsteller eher als Verlierer zu sehen – sowohl auf der Karriere-Seite wie auch im familiären Bereich.

Im Laufe des Romans geschehen weitere Morde, die scheinbar einfach nicht zu den anderen passen. Nesbø schafft es, den Leser immer wieder mit Theorien zu überraschen und diese dann sehr schnell wieder ad absurdum zu führen.

Leider schießt er dabei manchmal über das Ziel hinaus. Man erhält manchmal den Eindruck, als wäre Harry Hole eine Art James Bond, da er in verschiedenen Erdteilen ermittelt und die eine oder andere Naturkatastrophe bewältigen muss. Dies hätte man alles etwas einfacher halten sollen, um nicht die Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Ansonsten ist zu sagen, dass sich sehr häufig auf einen alten Fall von Harry Hole bezogen wird: Der Schneemann. Ich hoffe mal, dass man diesen Roman noch mit Spannung lesen kann, auch wenn man vorher “Leopard” gelesen hat.

Als Fazit lässt sich sagen, dass “Leopard” ein spannender Roman ist, der aber manchmal etwas phantastisch und brutal ist.

Kindle Gratis-Tage

Nicht nur Apple verschenkt zwischen den Jahren Inhalte. Auch Amazon hat seit dem 25. Dezember  eine Aktion, in der täglich ein Buch für das Kindle bzw. den Kindle-Reader verschenkt werden. Die Aktion läuft ebenso wie bei Apple bis zum 6. Januar 2012.

Jeden Tag werden auf einer besonderen Seite die Bücher veröffentlicht, die man an diesem Tag kostenlos kaufen kann. So kann man heute das Buch Leopard von Jo Nesbø kostenlos erhalten.

Als Fortsetzung seines Romans Daemon steigt der Leser von Darknet direkt dort ein, an dem der Leser am Ende von Daemon mehr oder weniger allein gelassen wurde. Es ist daher mehr als eine einfache Fortsetzung. Ich möchte es eher als den Schluss von Daemon bezeichnen als als Fortsetzung.

Allerdings wandelt sich das Genre des Romans. Hatte man bei Daemon zumindest anfangs noch das Gefühl, dass es sich um einen Krimi oder Internet-Thriller handelt, so ist Darknet eher als Science Fiction der sehr nahen Zukunft zu sehen. Suarez übt darin Kritik an unserer jetzigen Weltordnung, in der immer häufiger Multi-nationale Konzerne an Bedeutung gewinnen, die demokratisch gewählten Regierungen hingegen an Bedeutung verlieren und in den Hintergrund treten.

Während des Lesens ist der Leser hin- und hergeworfen, wenn er versucht, das Gute und das Böse zu erkennen. Die Grenzen verschieben sich laufend, und man laufend seine Einschätzung revidieren.

Insgesamt handelt es sich um ein lesenswertes Buch. Es ist spannend bis zum Schluss. Allerdings war ich doch enttäuscht, da ich mir einfach ein ganz anderes Genre erwartet hatte.

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Daemon von Daniel Suarez ist ein spannender und schnell zu lesender Roman. Er beginnt mit einem einfachen Mord, zu dessen Aufklärung die Polizei gerufen wird. Schnell ist ein weiterer Mord im Umfeld einer Computerspiel-Firma geschehen. Daraus entwickelt sich ein Internet-Thriller, bei dem der Hauptverdächtige bereitsntot ist.

In dieser Phase ist der Roman immer noch ziemlich realistisch geschrieben. Allerdings wird er irgendwann doch etwas zu phantastisch. Ein Hauch von “Terminator” zieht dann auf.

Der Schluss ist dann doch recht überraschend, aber offen. Ich hätte mir einen besseren Schluss gewünscht. So bleibt einem nichts anderes übrig, als die Fortsetzung Darknet zu lesen und zu hoffen, dass diese genauso fesselnd zu lesen ist, aber einen besseren Schluss hat.

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Der aktuelle Roman von Tom Clancy: Dead or alive ist eine positive Überraschung. Nachdem die letzen Jack Ryan-Romane ja leider nicht die Qualität der ersten Jack Ryan-Romane halten konnten, kann man dieses Buch wieder voll und ganz empfehlen.

Im Mittelpunkt steht diesmal auch wieder Jack Ryan jr. Allerdings kommen auch John Clark und Ding Chavez zu tragenden Rollen.

Clancy wählt als Thema dieses Romans wieder den Terrorismus gegen die USA. Hier soll der “Emir”, der Staatsfeind Nummer eins der USA gejagt werden. Jeder kann sich ausmalen, wer sich dahinter verbirgt.

Man kann sich nur wünschen, dass dieser Roman diesmal nicht Wirklichkeit wird, wie dies ja leider bei “Ehrenschuld” (engl. Debt of Honour) der Fall war.

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Mehr oder weniger zeitgleich mit dem neuen Roman von Frederick Forsyth, Cobra erschien der Roman Verräter wie wir von John le Carré. Ich muss sagen, dieses Buch liest sich bedeutend anstrengender als  Cobra. Die Handlung ist zu Beginn sehr viel als Erzählung der beiden Hauptfiguren geschrieben. Es wird immer wieder zwischen der Erzählung und der Gegenwart gesprungen. Gespickt wird dies durch häufige Anspielungen, die man zunächst nicht versteht. Dies macht die Handlung schwer zu verfolgen.

Im Roman selbst geht es um die Anbahnung eines Überlaufens eines Geldwäschers, der für die russische Mafia tätig ist. Mehr ist da nicht. Ich kann dieses Buch daher nur bedingt empfehlen. Ein zweites Mal lesen würde ich es auf keinen Fall.

Den neuen Forsyth habe ich förmlich verschlungen. Er liest sich in einem weg. In diesem Roman geht es um ein (leider) zeitloses Thema: den globalen Kokain-Handel. Die Handlung ist nicht zu verwirrend, aber auch nicht gerade “straight on”. Einzig der bei jedem Forsyth vorhandene Schlussgag fällt diesmal nicht so überraschend aus. Er ist nicht so verblüffend wie der im Schakal zum Beispiel.

Auf jeden Fall ist das ein Buch, das man uneingeschränkt empfehlen kann. Jeder, der die anderen Romane von Frederick Forsyth gemocht hat, wird auch diesen gerne lesen.

Als erstes sei gesagt, dass es bei diesen drei Büchern von Stieg Larsson ganz wichtig ist, sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Der erste Band Verblendung ist relativ eigenständig. Liest man ihn alleine, so kann man auch getrost danach aufhören. Der zweite Band Verdammnis hingegen würde einem sehr schnell die Spannung des ersten Bandes nehmen, da er als Fortsetzung des ersten Bandes diesen nochmal kurz zusammenfasst. Er hat auch ein Ende, mit dem man leben kann. Der dritte Band Vergebung setzt aber praktisch unmittelbar beim Ende des zweiten Bandes an.

Wer lieber in Farben sich Reihenfolgen merkt, dem sei folgendes empfohlen: Blau – Grün – Rot (also vom kurzwelligen zum langwelligen Licht ;-)

Doch nun zu den einzelnen Bänden: Wie bereits gesagt, ist der erste Band recht eigenständig. Mit gut 600 Seiten hatte ich für meinen Urlaub dafür eine Woche eingeplant — nach drei Tagen hatte ich ihn durch. Er liest sich in einem durch, und hat keine Längen. Inhaltlich ist er eher etwas ungewöhnlich, aber nicht irgendwie phantastisch.

Für den zweiten Band mit gut 700 Seiten hatte ich eine weitere Woche eingeplant — nach vier Tagen war auch dieser Band gelesen. Laut Klappentext soll er noch besser als der erste sein. Das möchte ich nicht bestätigen. Ich fand den ersten schlüssiger.

Den dritten Band mit gut 800 Seiten hatte ich dann in einer Woche gelesen. Da er direkt an den zweiten anschließt, ist der Anfang etwas zäh. Aber dann holt er mächtig auf. Im Endeffekt würde ich ihn sogar als den besten Band einstufen.

Was ist sonst noch so zu sagen? Alle drei Bände spielen in Schweden. Was einem sofort auffällt, ist, dass in Schweden wohl sehr viel Kaffee getrunken wird. Oder soll das nur überdecken, dass statt Kaffee etwas härteres getrunken wird?

Auch scheint der Held Mikael Blomquist ein wahrer Frauenheld zu sein. Alles was bei drei nicht auf den Bäumen ist, landet bei ihm im Bett. Vielleicht sind die Schweden so. Beides erscheint mir aber etwas übertrieben zu sein.

Aber das alles schmälert nicht die Spannung der Trilogie.

Leider ist Stieg Larsson bereits verstorben, so dass es von ihm keine Fortsetzung geben wird. Aber vielleicht ist das auch gut so, denkt man daran, was aus den vielen guten Filmtrilogien geworden ist, als der vierte (und fünfte und sechste) Teil erschienen sind (Indiana Jones, Star Wars, Stirb langsam mal ausgenommen).

 

Jeffrey Deavers Der faule Henker spielt eigentlich vor dem Teufelsspiel, ich habe es aber erst jetzt gelesen. Von daher war leider eine Kleinigkeit von vornherein klar, die ich hier aber nicht verraten will.

Insgesamt ist dieses Buch aber ein echter Knaller: Immer, wenn man glaubt zu wissen, worum es ungefähr geht, dreht es sich um 180 Grad. Manchmal ist es etwas unglaubwürdig, aber es macht richtig Spaß, dieses Buch zu lesen.

Gestern habe ich die letzten Seiten von Jeffery Deavers Teufelsspiel gelesen. Dieses Buch handelt erneut von dem querschnittsgelähmten Lincoln Rhyme, der als Berater der Polizei die Spuren untersucht und auch die Fälle selbst mit seiner Kollegin Amelia Sachs löst.

Das Buch passt gut in die Reihe der anderen Lincoln Rhyme Bücher, die ich bisher gelesen habe. Die Wiederholung der Listen, die Rhyme anlegt, um die Fakten festzuhalten, nervt beizeiten, ist aber sinnvoll, wenn man selbst mitraten will. Auch diesmal nimmt die Handlung in den letzten Kapiteln immer wieder eine neue Wendung. Solche Überraschungen hätte selbst Frederik Forsyth, der Meister des Schluss-Gags nicht besser hinkriegen können.

Fazit: Ein sehr lesenswertes und kurzweiliges Buch.

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