Karl Olsberg: Mirror — Das Remake von „Das System“

Karl Olsbergs Roman Mirror ist nach eigener Aussage eine Überarbeitung seines sehr spannenden Romans Das System.

In Mirror dreht es sich um eine Weiterentwicklung von Smartphones, die über Armbänder den Gemfühlszustand und über eine am Kopf getragene Kamera die Umgebung seines Besitzers erfassen. Daraus ermitteln sie Tipps zum Verhalten und geben diese per Ohrhörer weiter. Die Mirrors sollen damit das Verhalten ihres Besitzers jeweils widerspiegeln. Frei nach dem Motto: Du bist Dein bester Freund.

Es kommt, wie es kommen muss. Die Technik verhält sich nicht ganz so, wie dies ursprünglich gedacht war. Ob sie nun ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat oder ob die Optimierungsfunktion nur etwas unscharf definiert war, sei mal dahingestellt.

Im Roman dreht es sich nun darum, wie damit umzugehen ist. Wie kann man auf diese Gefahren hinweisen, ohne gleich als Technik-Verweigerer angesehen zu werden.

Auch das mehr denn je aktuelle Thema Fake-News spielt hier eine Rolle, ohne dass sie gar direkt erwähnt werden. Olsberg war hier seiner Zeit voraus.

War der Roman Das System noch ein Science-Fiction-Roman, so ist das Beschriebene in Mirror gar nicht mehr so abwegig. Bereits heute haben wir genug digitale Assistenten, deren Handlungsempfehlungen nicht mehr direkt nachzuvollziehen sind.

Auf kurz oder lang werden Systeme wie der beschriebene Mirror auf den Markt kommen.

Der Roman liest sich recht kurzweilig. Allerdings muss ich sagen, dass er auch nicht der große Kracher ist. Zu nahe ist das, was dort beschrieben wird.

Andrew Kaplan: Homeland: Carries Jagd

Homeland kennt man als Serie. Hier dreht sich alles um die CIA Agentin Carrie Mathison. In der ersten Staffel will sie zeigen, dass der Kriegsgefangene Nicholas Brody durch den Terroristen Abu-Nazir umgedreht wurde.
Um diese Handlung dreht sich dann alles in den ersten vier Staffeln.

Der Roman Carries Jagd spielt nun vor dieser Zeit. Carrie ist als CIA Agentin in Beirut und wird dort fast gekidnapt. Als sie die Hintergründe aufklären will, kommt sie dem Top-Terroristen Abu-Nazir, den man ebenfalls aus der Serie kennt, bzw. seinem zweiten Mann auf die Schliche. Die Jagd nach ihm wird im Buch beschrieben.

Wer die Serie gesehen hat, wird viele Personen im Roman wiederfinden. Das Buch liest sich gut. Allerdings ist es manchmal etwas verwirrend. Dann hilft es, sich im Anhang die Informationen zu den einzelnen Gruppen und Glaubensrichtungen durchzulesen. (Ein Nachteil des Kindle. Da merkt man erst am Schluss, nachdem man das Buch gelesen hat, dass es diesen Anhang gibt. In einem gedruckten Buch wäre man vermutlich vorher darüber gestolpert.)

Wer die Serie mochte, kann das Buch ruhig lesen. Es bereitet sozusagen auf die Serie vor. Denn ganz zum Schluss liest Carrie über den Kriegsgefangenen Brody …

Douglas E. Richards: Game Changer

Game Changer von Douglas E. Richards beginnt als klassischer Politthriller. Der US-Präsident scheint hinter seiner Fassade des noblen Politmenschen eine gewalttätige Ader zu haben und auch vor Mord nicht zurückzuschrecken.
Seine Taten vertuscht er durch eine Vergessensdroge.
Doch bei seiner letzten Tat geht etwas schief. Ein Zeuge, dummerweise sein Body Guard beim Secret Service, erinnert sich doch an die Tat und plant, den Präsidenten umzubringen.
Das Attentat misslingt, und der Secret Service Beamte ist auf der Flucht, um die Welt von der eigentlich Schuld des Präsidenten zu überzeugen.

Soweit der Anfang, der auch bei jedem anderen Autor so zu finden sein kann.
Doch plötzlich dreht sich die Story. Ein ominöser Hintermann mit russischem Namen taucht auf, der es auf den Attentäter abgesehen hat.

In einem anderen Handlungsstrang geht es um eine brühmte Neurowissenschaftlerin, die über das sogenannte Matrix-Learning doziert. Dabei handelt es sich um eine Möglichkeit — bekannt aus den Matrix-Filmen — in kurzer Zeit sich Wissen anzueignen.

Plötzlich werden diese beiden Handlungsstränge verknüpft. Zudem taucht ein Mossad-Agent auf. Islamistischer Terror spielt eine Rolle. Und auf einmal ist das Buch ein Science-Fiction-Thriller, der in der nahen Zukunft spielt.

Sehr lesenswert. Ich konnte das Buch kostenlos als englische Ausgabe bei Amazon für den Kindle kaufen. Die Zeit zum Lesen war gut investiert. Ich bin auf Split Second desselben Autors gespannt, das ich ebenfalls kostenlos erhalten habe.

Sebastian Fitzek: Noah

Nachdem ich in den vergangen Monaten mich vor allem durch die „Gabriel Allon-Serie“ von David Silva gelesen habe (davon demnächst mehr), habe ich nun zum ersten Mal ein Buch von Sebastian Fitzek gelesen: Noah

Den Roman gab es die Tage für den Kindle vergünstigt bei Amazon. Da habe ich einfach mal zugegriffen.

Nachdem ich ihn gelesen hatte, habe ich diverse Bewertungen gelesen. Angeblich handelt es sich um einen eher untypischen „Fitzek“, da sonst wohl eher irgendwelche Psychopathen im Mittelpunkt stehen.

Achtung Spoiler: Dieser Roman beginnt mit einer Person, die ihr Gedächtnis verloren hat und nich weiß, wer sie ist. Schnell stellt sich dann aber heraus, dass eher instinktive Aktionen, wie das professionelle Töten von Angreifern noch perfekt funktionieren.

Anfangs weiß man nicht so recht, was man von dem Roman zu erwarten hat. Die Begleitperson bringt dann schnell irgendwelche Verschwörungstheorien auf den Tisch: Thema Chemtails.

Dann dreht sich das ein wenig und die Überbevölkerung der Erde und wie man damit umgehen soll, wird thematisiert. Hier sind sind gewisse Nähen zu Dan Browns Inferno nicht zu verleugnen.

Diese Themen werden dann verknüpft zu einer eher phantastischen Geschichte, wie sie auch bei James Bond auftauchen könnte.

Im Endeffekt handelt es sich um einen spannenden und kurzweiligen Roman. Ich denke, das war sicherlich nicht der letzte Fitzek-Roman, den ich gelesen habe.

Salim Güler: Täuschung

Im Rahmen meiner Amazon Prime Mitgliedschaft hatte ich mir die Tage Täuschung von Salim Güler ausgeliehen. Ich muss sagen, dass war eine gute Entscheidung. Das Buch liest sich recht kurzweilig.

Es dreht sich um einen Ermittler beim BKA, der einen von drei zeitgleich stattgefundenen Terror-Anschlägen in Deutschland während der WM 2014 aufklären soll.
Er arbeitet dabei mit einer Kollegin von der NSA zusammen. Am Anfang geht er dabei nach Schema F vor. Doch im Laufe der Ermittlungen erscheinen ihm die Zusammenhänge immer seltsamer. Die Geheimdienste werden immer geheimnisvoller, und er weiß selbst nicht mehr so recht, was er glauben soll und was nicht.

Das Buch schlägt hier in die typische Kerbe. Islamisten, Geheimdienste, der gute Bulle. Dabei wird das Buch aber nie richtig utopisch. Alles ist plausibel. Nichts besonderes, aber sehr unterhaltsam.

Hans-Henner Hess: Herrentag: Anwalt Fickels erster Fall

Herrentag: Anwalt Fickels erster Fall von Hans-Henner Hess hatte ich irgendwann einmal bei Apple in einer Kostenlos-Aktion bekommen. Nun habe ich den Krimi, der in Thüringen spielt und immer wieder Anspielungen bzw. Erinnerungen aus der DDR-Zeit bringt, auf iPhone und iPad gelesen.

Der Krimi liest sich ganz flüssig weg. Er ist sehr kurzweilig und spielt immer wieder mit den unterschiedlichen Mentalitäten und Sprachvarianten der zugereisten West-Juristen aus dem nahen Fränkischen. So rrrollt ein Rrrichder aus dem Nahe gelegenen Bad Kissingen das R derrmaßen, dass man auch beim Lesen eine Vorrschdellung davon begommt. Eine Schande dass Franken keine harten Konsonanten kennen 😉

Inhaltlich dreht es sich um einen recht erfolglosen Anwalt, der nun an einen Mandanten kommt, gegen den wegen Mordes an einer Richterin ermittelt wird. Zu allem Überfluss ist die Oberstaatsanwältin seine Exfrau.
Dazu ein Landrat, der Karriere machen will. Es fehlt nicht viel, und man könnte dies alles auch als Pater Braun Story in Sat.1 erwarten.

Nett zu lesen. Wenn es die anderen Teile auch mal günstiger gibt, werde ich sicherlich zuschlagen.

Tom Clancy’s Commander-in-Chief

Wie ich ja bereits angekündigt hatte, habe ich auch Tom Clancy’s Commander-in-Chief gelesen. Dies ist deutlich besser als Under Fire.
Auch diesmal hat man wieder das Gefühl, dass Tom Clancy oder nun seine Nachfolger im Geiste, in die Zukunft sehen können. Das Buch besteht wie so oft bei Tom Clancy aus verschiedenen Handlungssträngen, die später zusammen laufen.

Panama Papers

So dreht sich ein Handlungsstrang darum, dass der amtierende russische Präsident sein Geld in Sicherheit bringen will. Er nutzt dazu einen Dienstleister auf den British Virgin Islands, der das Geld kurzfristig in Bitcoins umtauscht, um es dann in diverse Scheinfirmen zu stecken. Die Panama Papers lassen grüßen…

Nicht überragend, aber lesenswert

Klar, das Niveau der ursprünglichen Clancy-Romane wird nicht mehr gehalten. Aber dennoch ist das Buch recht lesenswert und für Clancy-Fans ein Muss!

Grant Blackwood: Tom Clancy – Under Fire

Mit Tom Clancy – Under Fire hat Grant Blackwood einen weiteren Roman im Tom Clancy-Universum geschrieben. Er dreht sich nur um Jack Ryan Jr. und ein wenig um den „Campus“.
Ich war ja sehr skeptisch. Die Bewertungen auf Amazon waren unterirdisch. Da mit Tom Clancy’s Commander-in-Chief (dazu später mehr) bereits ein weiterer Roman in eben diesem Universum erschienen ist, der deutlich bessere Bewertungen erhalten hatte, überlegte ich doch stark, ob ich nicht Under Fire überspringen sollte.

Ich habe es nicht getan. Auf goodreads.com wurde das Buch immerhin mit 3 bis 4 Sternen beurteilt. Nachdem ich es gelesen hatte, musste ich gestehen, toll ist’s nicht. Es ist manchmal etwas sehr verwirrend.
Da ich aber jetzt bereits mit Commander-in-Chief angefangen habe, muss ich sagen, dass es eine gute Idee war. Schließlich taucht hier eine Person auf, die in Under Fire eingeführt wurde.

Wer also einen gewissen Vollständigkeitsfimmel hat, sollte das Buch lesen. Man erwarte aber bitte keinen Roman wie Jagd auf Roter Oktober… 😉

Andreas Eschbach: Ein König für Deutschland

Bei Ein König für Deutschland von Andreas Eschbach handelt es sich um einen Roman, der sich mit der Problematik von Wahlcomputern befasst. Der Roman beginnt damit, dass ein Programmierer in Amerika beauftragt wird, einen bestehenden Wahlcomputer so zu manipulieren, dass er das Wahlergebnis nach den Vorgaben des Auftraggebers „anpasst“. Dies soll natürlich nie zur Anwendung kommen.

Als kurz darauf bei den Präsidentschaftswahlen in den USA George W. Bush knapp und sehr umstritten zum Präsidenten gewählt wird, beginnt der Entwickler zu zweifeln. Daraufhin wird er aufgefordert bei einer Wahlfälschung in Europa mitzuwirken.

Im zweiten Teil der Handlung, der in Deutschland spielt, wird dann auf dieser Grundlage der Gedanke durchgespielt, wie man die Öffentlichkeit von der Gefährlichkeit von Wahlcomputern überzeugen kann: Am besten dadurch, dass man eine völlig absurde Partei — hier eine, die die Monarchie wieder einführen möchte — den Wahlsieg verschafft.

Andreas Eschbach legt die Probleme der Wahlcomputer im ersten Teil sehr deutlich dar und belegt mit vielen Quellenangaben, wie absurd die beiden Präsidentschaftswahlen in den USA waren, in denen George W. Bush gewählt wurde. Da bleibt doch mehr als nur ein „Geschmäckle“ zurück.

Der zweite Teil der Handlung macht aus dem fast zum Sachbuch gewordenen Buch einen Roman, der sich gut liest und den man erst wieder bei Seite legt, wenn man durch ist.

Zur Zeit wird dieses Buch in verschiedenen Ausgaben in diversen Buchhandlungen als „Mängelexemplar verramscht“. Wer dort das Glück hat, für ein paar Euro ein Exemplar zu ergattern, macht nichts falsch.

iBooks oder Kindle: Was ist der besser E-Book Reader?

Nachdem ich in letzter Zeit vor allem mit dem Kindle gelesen haben, habe ich die Tage dann doch wieder zum iPad und zum iPhone gegriffen, um zu lesen. Ich hatte nämlich noch von einer alten 12 Tage – 12 Geschenke Aktion von Apple das Buch Die Pfeiler der Macht von Ken Follet zu lesen.

Nun zeigte sich sehr rasch, womit man bzw. ich besser lese: Draußen im Sonnenlicht kann man das iPad vergessen. Die Umgebung ist zu hell, im spiegelnden Display kann man sich betrachten, aber nicht lesen. Außerdem ist es schwerer als ein Kindle.

Aber auch die Lese-Apps unterscheiden sich. So funktionierte die Synchronisation der aktuellen Leseposition beim Kindle und den Kindle-Apps auf iPad und iPhone immer problemlos. Bei iBooks hingegen musste ich mehrfach suchen, bis ich die aktuelle Seite fand. Das ist natürlich sehr ärgerlich, zumal die Seitennummerierung beim iPad natürlich eine andere als auf dem iPhone ist.

Der Kindle hat zusätzlich den Vorteil, dass man nicht abgelengt wird: Keine Mail, die oben kurz aufpoppt, nicht mal eben schnell was im Internet nachschauen etc.

Zum Lesen ist also meines Erachtens der Kindle die bessere Umgebung.