Karl Olsberg: Mirror — Das Remake von „Das System“

Karl Olsbergs Roman Mirror ist nach eigener Aussage eine Überarbeitung seines sehr spannenden Romans Das System.

In Mirror dreht es sich um eine Weiterentwicklung von Smartphones, die über Armbänder den Gemfühlszustand und über eine am Kopf getragene Kamera die Umgebung seines Besitzers erfassen. Daraus ermitteln sie Tipps zum Verhalten und geben diese per Ohrhörer weiter. Die Mirrors sollen damit das Verhalten ihres Besitzers jeweils widerspiegeln. Frei nach dem Motto: Du bist Dein bester Freund.

Es kommt, wie es kommen muss. Die Technik verhält sich nicht ganz so, wie dies ursprünglich gedacht war. Ob sie nun ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat oder ob die Optimierungsfunktion nur etwas unscharf definiert war, sei mal dahingestellt.

Im Roman dreht es sich nun darum, wie damit umzugehen ist. Wie kann man auf diese Gefahren hinweisen, ohne gleich als Technik-Verweigerer angesehen zu werden.

Auch das mehr denn je aktuelle Thema Fake-News spielt hier eine Rolle, ohne dass sie gar direkt erwähnt werden. Olsberg war hier seiner Zeit voraus.

War der Roman Das System noch ein Science-Fiction-Roman, so ist das Beschriebene in Mirror gar nicht mehr so abwegig. Bereits heute haben wir genug digitale Assistenten, deren Handlungsempfehlungen nicht mehr direkt nachzuvollziehen sind.

Auf kurz oder lang werden Systeme wie der beschriebene Mirror auf den Markt kommen.

Der Roman liest sich recht kurzweilig. Allerdings muss ich sagen, dass er auch nicht der große Kracher ist. Zu nahe ist das, was dort beschrieben wird.

Der DAZN-Support, Teil 2

Nachdem in der ersten Runde seitens des DAZN-Supports nur Textbausteine geschickt wurden, ging die zweite Runde dann doch etwas ins Detail. Allerdings wurde mir dann erzählt, dass die Geschwindigkeit des Uplinks zu niedrig sei. Bei meiner Leitung müsse dieser mindestens die und die Größe erreichen. Lustigerweise läge dies sogar über dem vertraglich Vereinbarten.

Mit scheint also, dass beim Support nicht wirklich Wissen vorhanden ist, sondern nur die üblichen Sprüche abgelassen werden.

Ich vermute, dass entweder die Leistung der Streaming-Server einfach nicht ausreicht. Mir fiel auf, dass bei echten Live-Streams die Stabilität etwas besser zu sein scheint, als bei „Relive-Events“.
Zum anderen könnte aber auch die jeweilige App recht Ressourcen-hungrig sein. So läuft der Stream auf meinem MacBookPro aus 2009 überhaupt nicht stabil. Alle paar Sekunden gibt’s einen kurzen Aussetzer.
Auch die App auf dem Fernseher zeigt manchmal Fehlermeldungen, die — obwohl der Stream wieder läuft — nicht verschwinden. Dann hilft es nur, den Fernseher stromlos zu machen. Dies ist dann etwas nervig.

Der Support von DAZN

Wie ich ja bereits schrieb, teste ich zur Zeit DAZN. Inhaltlich bin ich auch sehr zufrieden mit dem Angebot.

Leider hapert er ein wenig mit der Zuverlässigkeit. So bleibt der Stream immer mal wieder für einige Sekunden hängen. Teilweise bricht auch die Bildqualität dermaßen ein, dass man die eingeblendeten Spielinformationen nicht mehr lesen kann.

Diese Probleme treten sowohl beim iPad wie auch am Smart-TV von Samsung auf.

Fehlersuche

Zunächst war der Gedanke, dass es am WLAN liegt. Also habe ich mit meinem iPad direkt neben den (Haupt-) WLAN-Router gesetzt. Die Stabilität des Stream war damit ein wenig besser. Es gab aber immer noch Hänger.

Der Fernseher hingegen ist per Kabel angeschlossen. Auch dort treten regelmäßig Hänger auf.

Ein Blick auf die Auslastung der Internet-Verbindung zeigte, dass jedesmal, wenn der Stream hin, der Durchsatz auf Null ging. Eine parallel laufende Anwendung, die die Leitung belegt, kann also ausgeschlossen werden. Die Leitung stand also voll zur Verfügung.

Der DAZN-Support

Auf Twitter riet man mir, mich an den Support zu wenden. Gesagt, getan.

Das Positive vorweg: Die Antwortzeit war klasse: Nach der Eingangsbestätigung meiner Anfrage (leider ohne den Text zu wiederholen) erhielt ich nach einer halben Stunde eine Antwort. Für Freitag Abend ein guter Wert!

Leider bestand die Antwort nur aus Textbausteinen:

  • Router neu starten
  • einen anderen Browser nehmen (ich schrieb, ich schaue per iPad und TV !!
  • Ist Silverlight auf dem aktuellen Stand? (Auf dem iPad ?? oder dem Fernseher ??)
  • Browserverlauf, Cookies und Cache leeren (Auf dem iPad ?? oder dem Fernseher ??)
  • Plug-in oder Anti-Virenprogramme (Auf dem iPad ?? oder dem Fernseher ??)
  • Speedtest per https://www.wieistmeineip.de/ machen

Auf meine Klarstellung hin wurde ich dann aufgefordert, die App zu löschen und neu zu installieren.
Den Erfolg dieser Maßnahme kann sich jeder denken — nehmen Sie zwei Aspirin und kommen Sie morgen wieder….

DAZN – das Netflix des Sports

Die Werbeaussage von DAZN, das Netflix des Sports zu sein, legt die Latte ziemlich hoch.

Nachdem ich die neue Saison der MLB am vergangenen Wochenende angefangen hat und Sport1 sogar ein Spiel live übertragen hat, machte ich mich auf die Suche, wo und wie ich weitere Spiele der MLB sehen kann.

Neben Sport1 US im Kabelfernsehen, wird dies auch als Streaming-Angebot für den Browser angeboten. Der Preis beträgt hierfür 10 Euro im Monat. Allerdings schließt man hier gleich ein Jahresabo ab.

Daneben gibt es aber auch DAZN, die alle möglichen Sportarten übertragen, u.a. eben auch Major League Baseball. Auch dies kostet 10 Euro im Monat. Allerdings ist das Abo monatlich kündbar. Zudem gibt es einen Gratismonat (Netflix lässt grüßen).

Angebot und Nutzerführung

Das Angebot ist recht umfassend. Jeden Tag gibt es drei bis vier MLB Spiele, die man sich dann einen Monat lang als „Relive“ anschauen kann.

Ich habe mir sowohl auf dem iPad wie auch auf meinem Samsung-Fernseher die DAZN-App installiert.
Leider ist die Nutzerfreundlichkeit recht mau. Auch in den „Relive“-Spielen gibt es Werbepausen. Diese lassen sich zwar prinzipiell überspulen. Doch ist die Benutzerführung auf dem iPad total unbrauchbar, auf dem Fernseher etwas besser. Doch dauert es auch hier eine gefühlte Ewigkeit, bis der Stream wieder läuft. Eine Voransicht während des Spulens wie bei Netflix gibt es nicht.

Stabilität

Von den vielen negativen Bewertungen im App-Store gewarnt war ich skeptisch, was die Stabilität betrifft. Und in der Tat stellte ich regelmäßig Hänger beim Abspielen selbst der Relive-Spiele fest. Dabei traten diese Hänger sowohl beim Fernseher, der per Kabel angeschlossen ist, auf wie auch beim iPad über WLAN.

Andrew Kaplan: Homeland: Carries Jagd

Homeland kennt man als Serie. Hier dreht sich alles um die CIA Agentin Carrie Mathison. In der ersten Staffel will sie zeigen, dass der Kriegsgefangene Nicholas Brody durch den Terroristen Abu-Nazir umgedreht wurde.
Um diese Handlung dreht sich dann alles in den ersten vier Staffeln.

Der Roman Carries Jagd spielt nun vor dieser Zeit. Carrie ist als CIA Agentin in Beirut und wird dort fast gekidnapt. Als sie die Hintergründe aufklären will, kommt sie dem Top-Terroristen Abu-Nazir, den man ebenfalls aus der Serie kennt, bzw. seinem zweiten Mann auf die Schliche. Die Jagd nach ihm wird im Buch beschrieben.

Wer die Serie gesehen hat, wird viele Personen im Roman wiederfinden. Das Buch liest sich gut. Allerdings ist es manchmal etwas verwirrend. Dann hilft es, sich im Anhang die Informationen zu den einzelnen Gruppen und Glaubensrichtungen durchzulesen. (Ein Nachteil des Kindle. Da merkt man erst am Schluss, nachdem man das Buch gelesen hat, dass es diesen Anhang gibt. In einem gedruckten Buch wäre man vermutlich vorher darüber gestolpert.)

Wer die Serie mochte, kann das Buch ruhig lesen. Es bereitet sozusagen auf die Serie vor. Denn ganz zum Schluss liest Carrie über den Kriegsgefangenen Brody …

Douglas E. Richards: Game Changer

Game Changer von Douglas E. Richards beginnt als klassischer Politthriller. Der US-Präsident scheint hinter seiner Fassade des noblen Politmenschen eine gewalttätige Ader zu haben und auch vor Mord nicht zurückzuschrecken.
Seine Taten vertuscht er durch eine Vergessensdroge.
Doch bei seiner letzten Tat geht etwas schief. Ein Zeuge, dummerweise sein Body Guard beim Secret Service, erinnert sich doch an die Tat und plant, den Präsidenten umzubringen.
Das Attentat misslingt, und der Secret Service Beamte ist auf der Flucht, um die Welt von der eigentlich Schuld des Präsidenten zu überzeugen.

Soweit der Anfang, der auch bei jedem anderen Autor so zu finden sein kann.
Doch plötzlich dreht sich die Story. Ein ominöser Hintermann mit russischem Namen taucht auf, der es auf den Attentäter abgesehen hat.

In einem anderen Handlungsstrang geht es um eine brühmte Neurowissenschaftlerin, die über das sogenannte Matrix-Learning doziert. Dabei handelt es sich um eine Möglichkeit — bekannt aus den Matrix-Filmen — in kurzer Zeit sich Wissen anzueignen.

Plötzlich werden diese beiden Handlungsstränge verknüpft. Zudem taucht ein Mossad-Agent auf. Islamistischer Terror spielt eine Rolle. Und auf einmal ist das Buch ein Science-Fiction-Thriller, der in der nahen Zukunft spielt.

Sehr lesenswert. Ich konnte das Buch kostenlos als englische Ausgabe bei Amazon für den Kindle kaufen. Die Zeit zum Lesen war gut investiert. Ich bin auf Split Second desselben Autors gespannt, das ich ebenfalls kostenlos erhalten habe.

Sebastian Fitzek: Noah

Nachdem ich in den vergangen Monaten mich vor allem durch die „Gabriel Allon-Serie“ von David Silva gelesen habe (davon demnächst mehr), habe ich nun zum ersten Mal ein Buch von Sebastian Fitzek gelesen: Noah

Den Roman gab es die Tage für den Kindle vergünstigt bei Amazon. Da habe ich einfach mal zugegriffen.

Nachdem ich ihn gelesen hatte, habe ich diverse Bewertungen gelesen. Angeblich handelt es sich um einen eher untypischen „Fitzek“, da sonst wohl eher irgendwelche Psychopathen im Mittelpunkt stehen.

Achtung Spoiler: Dieser Roman beginnt mit einer Person, die ihr Gedächtnis verloren hat und nich weiß, wer sie ist. Schnell stellt sich dann aber heraus, dass eher instinktive Aktionen, wie das professionelle Töten von Angreifern noch perfekt funktionieren.

Anfangs weiß man nicht so recht, was man von dem Roman zu erwarten hat. Die Begleitperson bringt dann schnell irgendwelche Verschwörungstheorien auf den Tisch: Thema Chemtails.

Dann dreht sich das ein wenig und die Überbevölkerung der Erde und wie man damit umgehen soll, wird thematisiert. Hier sind sind gewisse Nähen zu Dan Browns Inferno nicht zu verleugnen.

Diese Themen werden dann verknüpft zu einer eher phantastischen Geschichte, wie sie auch bei James Bond auftauchen könnte.

Im Endeffekt handelt es sich um einen spannenden und kurzweiligen Roman. Ich denke, das war sicherlich nicht der letzte Fitzek-Roman, den ich gelesen habe.

Salim Güler: Täuschung

Im Rahmen meiner Amazon Prime Mitgliedschaft hatte ich mir die Tage Täuschung von Salim Güler ausgeliehen. Ich muss sagen, dass war eine gute Entscheidung. Das Buch liest sich recht kurzweilig.

Es dreht sich um einen Ermittler beim BKA, der einen von drei zeitgleich stattgefundenen Terror-Anschlägen in Deutschland während der WM 2014 aufklären soll.
Er arbeitet dabei mit einer Kollegin von der NSA zusammen. Am Anfang geht er dabei nach Schema F vor. Doch im Laufe der Ermittlungen erscheinen ihm die Zusammenhänge immer seltsamer. Die Geheimdienste werden immer geheimnisvoller, und er weiß selbst nicht mehr so recht, was er glauben soll und was nicht.

Das Buch schlägt hier in die typische Kerbe. Islamisten, Geheimdienste, der gute Bulle. Dabei wird das Buch aber nie richtig utopisch. Alles ist plausibel. Nichts besonderes, aber sehr unterhaltsam.

Andreas Eschbach: Eine Billion Dollar

Der Roman Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach ist mal wieder ein Buch, in dem Andreas Eschbach sich über die Zukunft der Menschheit Gedanken macht. Es ist nicht ganz so düster und deprimierend wie Ausgebrannt, den ich vor einiger Zeit las, danach aber keine Lust mehr verspürte, etwas darüber zu schreiben.

In Eine Billion Dollar geht es darum, dass ein Erbe von über 1.000.000.000.000 Dollar, die per Zinseszins aus einer Anlage über 500 Jahre entstand, eine Prophezeiung erfüllen soll und der Menschheit die Zukunft zurückgeben soll. Damit ist er erstmal völlig überfordert; schließlich war er bis vor kurzem noch Pizza-Ausfahrer.

Eschbach stellt dabei recht detailiert Aspekte aus dem Finanzsystem vor. Alles erscheint sehr gut recherchiert. (Wenngleich ihm beim dänischen Staatsoberhaupt ein böser Schnitzer unterlaufen ist: Die Königin Dänemarks heißt Margrethe II. und nicht Margarethe II. Aber vielleicht ist das ja nur ein Satz-/ Tippfehler der Kindle-Ausgabe. Apropos Kindle: Die Ausgabe ist lausig. Ich habe den Verdacht, dass diverse Absätze verloren gegangen sind. Plötzlich handelt es sich in derselben Zeile um einen ganz anderen Handlungsstrang.)

Leider leidet das Buch hier teilweise sehr unter der Detailverliebtheit. Besonders fällt dies dann am Schluss auf. Plötzlich rast die Handlung im Schweinsgalopp davon, und das Buch ist zu Ende. Aufgezeigte mögliche Lösungen verschwinden genauso schnell wieder, wie sie aufgetaucht sind.

Am Anfang etwas weniger, dafür am Ende etwas mehr. Das wäre die richtige Mischung gewesen.

Insgesamt würde ich sagen, dass das Buch nicht unbedingt spannend ist. Ich musste mich in der Mitte zum Weiterlesen zwingen.
Für Eschbach-Fans mag es lesenswert sein. Der Rest mag vielleicht eher etwas anderes wählen.

Hans-Henner Hess: Herrentag: Anwalt Fickels erster Fall

Herrentag: Anwalt Fickels erster Fall von Hans-Henner Hess hatte ich irgendwann einmal bei Apple in einer Kostenlos-Aktion bekommen. Nun habe ich den Krimi, der in Thüringen spielt und immer wieder Anspielungen bzw. Erinnerungen aus der DDR-Zeit bringt, auf iPhone und iPad gelesen.

Der Krimi liest sich ganz flüssig weg. Er ist sehr kurzweilig und spielt immer wieder mit den unterschiedlichen Mentalitäten und Sprachvarianten der zugereisten West-Juristen aus dem nahen Fränkischen. So rrrollt ein Rrrichder aus dem Nahe gelegenen Bad Kissingen das R derrmaßen, dass man auch beim Lesen eine Vorrschdellung davon begommt. Eine Schande dass Franken keine harten Konsonanten kennen 😉

Inhaltlich dreht es sich um einen recht erfolglosen Anwalt, der nun an einen Mandanten kommt, gegen den wegen Mordes an einer Richterin ermittelt wird. Zu allem Überfluss ist die Oberstaatsanwältin seine Exfrau.
Dazu ein Landrat, der Karriere machen will. Es fehlt nicht viel, und man könnte dies alles auch als Pater Braun Story in Sat.1 erwarten.

Nett zu lesen. Wenn es die anderen Teile auch mal günstiger gibt, werde ich sicherlich zuschlagen.