Salim Güler: Täuschung

Im Rahmen meiner Amazon Prime Mitgliedschaft hatte ich mir die Tage Täuschung von Salim Güler ausgeliehen. Ich muss sagen, dass war eine gute Entscheidung. Das Buch liest sich recht kurzweilig.

Es dreht sich um einen Ermittler beim BKA, der einen von drei zeitgleich stattgefundenen Terror-Anschlägen in Deutschland während der WM 2014 aufklären soll.
Er arbeitet dabei mit einer Kollegin von der NSA zusammen. Am Anfang geht er dabei nach Schema F vor. Doch im Laufe der Ermittlungen erscheinen ihm die Zusammenhänge immer seltsamer. Die Geheimdienste werden immer geheimnisvoller, und er weiß selbst nicht mehr so recht, was er glauben soll und was nicht.

Das Buch schlägt hier in die typische Kerbe. Islamisten, Geheimdienste, der gute Bulle. Dabei wird das Buch aber nie richtig utopisch. Alles ist plausibel. Nichts besonderes, aber sehr unterhaltsam.

Andreas Eschbach: Eine Billion Dollar

Der Roman Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach ist mal wieder ein Buch, in dem Andreas Eschbach sich über die Zukunft der Menschheit Gedanken macht. Es ist nicht ganz so düster und deprimierend wie Ausgebrannt, den ich vor einiger Zeit las, danach aber keine Lust mehr verspürte, etwas darüber zu schreiben.

In Eine Billion Dollar geht es darum, dass ein Erbe von über 1.000.000.000.000 Dollar, die per Zinseszins aus einer Anlage über 500 Jahre entstand, eine Prophezeiung erfüllen soll und der Menschheit die Zukunft zurückgeben soll. Damit ist er erstmal völlig überfordert; schließlich war er bis vor kurzem noch Pizza-Ausfahrer.

Eschbach stellt dabei recht detailiert Aspekte aus dem Finanzsystem vor. Alles erscheint sehr gut recherchiert. (Wenngleich ihm beim dänischen Staatsoberhaupt ein böser Schnitzer unterlaufen ist: Die Königin Dänemarks heißt Margrethe II. und nicht Margarethe II. Aber vielleicht ist das ja nur ein Satz-/ Tippfehler der Kindle-Ausgabe. Apropos Kindle: Die Ausgabe ist lausig. Ich habe den Verdacht, dass diverse Absätze verloren gegangen sind. Plötzlich handelt es sich in derselben Zeile um einen ganz anderen Handlungsstrang.)

Leider leidet das Buch hier teilweise sehr unter der Detailverliebtheit. Besonders fällt dies dann am Schluss auf. Plötzlich rast die Handlung im Schweinsgalopp davon, und das Buch ist zu Ende. Aufgezeigte mögliche Lösungen verschwinden genauso schnell wieder, wie sie aufgetaucht sind.

Am Anfang etwas weniger, dafür am Ende etwas mehr. Das wäre die richtige Mischung gewesen.

Insgesamt würde ich sagen, dass das Buch nicht unbedingt spannend ist. Ich musste mich in der Mitte zum Weiterlesen zwingen.
Für Eschbach-Fans mag es lesenswert sein. Der Rest mag vielleicht eher etwas anderes wählen.