Jussi Adler-Olsen: Erwartung, (Der Marco Effekt) — Carl Mørcks fünfter Fall

Der fünfte Fall von Carl Mørck und seinem Assistenten Assad sowie seiner Assistentin Rose ist diesmal etwas anders aufgebaut als die vorherigen Romane. Normalerweise bearbeitet das Sonderdezernat Q alte Fälle, die nicht aufgeklärt wurden und bei denen es aktuell praktisch keine Handlung mehr gibt.

Diesmal ist dies allerdings anders. Es beginnt in der Tat mit einem alten Fall, der dann auch recht schnell geklärt wird. Er hat aber sonst keine weitere Bedeutung. Er dient alleine dazu, dass Rose im Laufe der Ermittlungen auf einen anderen alten Fall aufmerksam wird, der sich aber in der Gegenwart noch weiterentwickelt. Daher wird diesmal nicht primär aus der Sicht des Sonderdezernats Q erzählt. Es wird vielmehr hin und her gesprungen. Die Besonderheit der anderen Carl Mørck-Krimis geht dabei leider etwas verloren.

Insgesamt ist es ein lesenswerter Roman, der aber nichts besonderes mehr darstellt.

Tom Clancy: Command Authority

Dieser letzte Roman von Tom Clancy spielt ein weiteres Mal um die beiden Jack Ryans. Jack Ryan Sr. ist weiterhin US-Präsident, sein Sohn Jack Ryan Jr. arbeitet nach seinem Ausscheiden aus dem Campus in London bei einer Firma, bei der er die Enteignung westlicher Firmen in Russland untersuchen soll.

Grundproblem des Buches ist das Machtstreben des russichen Präsidenten, der zum einen im Baltikum einmarschierte, dort sich aber wegen des beherzten Eingreifens von Jack Ryan Sr. zurückziehen musste. Daher versucht er es nun in der Ukraine.

In diese Geschichte eingebettet ist eine, die 30 Jahre früher spielt: Jack Ryan Sr. ist als Verbindungsmann der CIA beim MI6 in London tätig und gerät dabei Machenschaften in der Schweiz und Berlin auf die Spur, die ihre Wirkung in der Gegenwart noch haben. Die deutsche RAF spielen dabei ebenso wie der KGB und das MfS eine Rolle.

Das Buch ist wieder ziemlich lang. (Ich hab’s auf dem Kindle gelesen, daher weiß ich nicht, wie dick das Buch ist;-)) Es liest sich aber flüssig, und man will es eigentlich nicht aus der Hand legen. Betrachtet man die aktuellen Ereignisse in der Ukraine, ist es wieder erschreckend, wie nahe Tom Clancy mit seinen Romanen an der Realität ist. Das zeigt sich auch daran, dass im Roman Bewegungsprofile von Handies mit denen von bekannten „bösen Buben“ abgeglichen werden, um an weitere beteiligte Personen zu kommen. Erst kürzlich konnte man über dieses Vorgehen durch die NSA in den Snowden-Papieren lesen.

Es bleibt zu hoffen, dass auch nach dem Tode Tom Clancys Mark Greaney die Serie fortführen will und darf und dass weitere spannende Bücher entstehen werden.

 

Martin Hill: The Killing Depth

Im Dezember habe ich während meiner Amazon Prime Mitgliedschaft das Buch The Killing Depth von Martin Hill ausgeliehen und innerhalb einer Woche — trotz der Weihnachtsfeiertage und den damit verbundenen gesellschaftlichen Verpflichtungen — ausgelesen.

Das Buch vereint eigentlich zwei Handlungen in einem Buch. Zum einen soll ein von Nordkorea an den Iran verkauftes altes russische Atom-U-Boot der Charlie-Klasse, das mit Atomraketen bestückt ist, von einem amerikanischen U-Boot gefunden und zerstört werden. So weit, so gut. Das besondere an dem amerikanischen Jagd-U-Boot der Los Angeles-Klasse ist, dass dies das erste Jagd-U-Boot ist, das mit Frauen in der Besatzung auf Fahrt geht. Und auf eben jenem Boot treibt nun ein Serienkiller sein Unwesen. Den ersten Todesfall soll ein NCIS-Agent, der extra eingeflogen wird, untersuchen. Doch es bleibt nicht bei diesem einem Mord. Wie zu erwarten ist, kommen weitere hinzu.

Der Killer treibt es dann sogar mit Sabotage-Akten soweit, dass das gesamte Boot in Gefahr gerät. Leider wird das Buch an dieser Stelle etwas ungenau. Ich fragte mich beim Lesen, ob da irgendwo ein Kapitel verloren gegangen ist…

Garniert wird das ganze noch damit, dass der NCIS-Agent, der Captain des Bootes und sein XO auch noch eine gemeinsame Geschichte haben, die seinerzeit für den NCIS-Agenten wegen des Verhaltens des heutigen Captains eher negativ endete.

Insgesamt ist Buch spannend zu lesen. Es erinnert an der einen oder anderen Stelle an den frühen Tom Clancy. Auf jeden Fall ist das Buch eine Empfehlung.