Robert Harris: Angst

Als zweites Buch wählte ich im Urlaub Angst von Robert Harris. Ich kannte bisher nur Enigma von ihm. Diesen Roman hatte ich vor Jahren mal gelesen und fand ihn recht unterhaltsam. Ansonsten kannte ich bisher nur Vaterland als Film.

Angst nun ist ein aktueller Roman. Hierin dreht es sich um einen Physiker oder Mathematiker, der früher für das CERN gearbeitet hatte und sich nun mit einem Kaufmann selbständig gemacht hat. Zusammen führen sie einen Hedgefond und machen damit Millionengewinne. Grundlage des Erfolges ist dabei ein von der Hauptfigur entwickelter Algorithmus, der auf Basis von Angst die entsprechenden Aktienoptionen kauft bzw. verkauft.

Angst ist, so wird im Roman erklärt, eine so starke Emotion, dass sie eben das Handeln beim Handel stark dominiert.

Doch plötzlich wird der Held selbst Ziel einer Verschwörung, die ihn in verschiedener Art und Weise mit seiner eigenen Angst konfrontiert. Interessanterweise beginnt dies sofort im Buch. Die Darstellung der Investmentfirma und die Grundlage deren Erfolges erfolgt erst im Laufe des Romans. So steigt der Thriller direkt mit „Action“ ein und muss nicht erst lang „graue Theorie“ darstellen.

Ich fand dieses Vorgehen recht ungewöhnlich aber erfolgreich. So liest sich das Buch sehr gut, man will es kaum weglegen. Allerdings ist der Schluss in meinen Augen etwas schwach: Zu phantastisch ist die Auflösung. Aber das ist durch das Thema — ein selbstlernender Algorithmus — bedingt.

Erfreulich fand ich, dass es sich bei diesem Roman nicht um die „Schwarten“ handelt, die sonst bei den aktuellen Thriller-Autoren angesagt sind. Der Roman wirkt nicht aufgeblasen und verzettelt sich nicht in irgendwelchen Nebenhandlungen.

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