Evernote: Eine Alternative zum physischen Notizbuch?

Ich habe mir die Tage nun bei Evernote einen Account eingerichtet, um zu testen, ob dieser Dienst eine Alternative zu meinem „echten“ Notizbuch sein kann. In seiner Grundform ist dieser Dienst kostenlos. Gelegenheit also, ihn zu testen.

Man kann Evernote über verschiedene Wege bedienen: Zum einen bietet sich das Webinterface an. Für Windows und Mac OS X gibt es native Programme, wobei ich zunächst aus Rücksichtnahme auf die Stabilität meines Windows Rechners auf die Installation dort verzichtet habe. Das Mac Programm macht auf den ersten Blick einen recht guten Eindruck.

Es gibt ebenso kostenlose Apps für iPhone und iPad.

Was kann man mit Evernote abbilden?

Zunächst einmal lassen sich Notizen in verschiedenen Notizbüchern ablegen. Notizen stellen dabei Texte dar, die man per WebGui oder nativen Client auch formatieren kann (zu den Ausnahmen komme ich gleich). Ebenso lassen sich Bilder und PDFs ablegen. Auch Audio-Files kann man ablegen und mit Hinweisen versehen. Webseiten lassen sich ebenfalls als URL oder als Textauszug ablegen. Dazu gibt es für die gängigen Browser Add-ons, um dies per Mausklick zu tun.

Jede Notiz lässt sich mit Schlagworten versehen, über die man sie später leichter auffinden kann.

Aufgabe: Todo-Listen

Wie ich bereits schon früher schrieb, habe ich in meinen Notizbuch auch Todo-Listen, die ich gerne abbilden möchte. Auch dies ist mit Evernote möglich. Evernote bietet dazu an, Checkboxen in die Notizen einzubinden. Ein Beschreibung dessen findet man im Artikel To Do-Liste mit Evernote erstellen im webwork-tools.de Blog. Dort wird auch beschrieben, wie man nach offenen und erledigten Aufgaben suchen kann.

Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Auf dem iPad lassen sich diese Todo-Listen leider nicht pflegen. Versucht man sie zu bearbeiten, so wird man gefragt, ob man etwas anhängen möchte oder ob man das Rich-Text-Format auflösen möchte. Im zweiten Fall sieht die Todo-Liste so aus, wie man es in folgendem Screenshot sehen kann.

Das ist natürlich nicht das, was ich haben wollte.

Problemfall iPad bzw. iOS

Insgesamt stellen die iOS Geräte die Schwachstelle von Evernote dar. Im Forum von Evernote wird das Problem mit den Todo-Listen auf dem iPad seit einiger Zeit diskutiert. Allerdings werden von offizieller Evernote-Seite aus keine Hoffnungen auf eine Lösung gemacht.

Ebenso eingeschränkt ist die Zusammenarbeit mit dem Safari auf dem iPad. Kann man wie oben beschrieben auf PC und Mac ein Plug-in installieren, um die gerade aufgerufene Seite bei Evernote abzulegen, kann man beim iOS-Safari keine Add-ons installieren. Ob es möglich ist, durch ein „geschicktes“, Javascript-gespicktes Bookmark diese Funktion nachzurüsten, wie dies zum Beispiel bei Instapaper möglich ist, weiß ich bisher noch nicht.

Fazit

Bei all diesen kleinen Einschränkungen stellt sich dann die Frage nach dem Einsatz. Soll man Evernote als weiteren Cloud-Dienst nutzen? Um interessante Webseiten zu sichern, nutze ich mittlerweile zwei Dienste: Vor einiger Zeit habe ich bereits del.icio.us den Rücken gekehrt und verwende seitdem Google Bookmarks. Aus iOS Apps heraus speichere ich Seiten auch gerne beim bereits oben erwähnten Dienst Instapaper. Dies hat zwei Vorteile: Zum einen habe ich über die passenden Apps die Möglichkeit, die gespeicherten Seiten auch offline auf meinem mobilen Gerät parat zu haben. Zum anderen wird aber Instapaper von diversen Apps wie Twitter-Client und RSS-Reader unterstützt. Ebenso kann ich vom mobilen Safari Seiten dort direkt ablegen.

Um PDFs abzulegen, nutze ich bereits auch schon verschiedene Wege: Zum einen Dropbox. Hier lagern allerdings keine „sensitiven“ Dateien. Der GoodReader bietet zudem noch die Möglichkeit, Dateien per sftp von eigenen Servern zu laden.

Wie man sieht, die Konkurrenz für Evernote ist groß. Gewichtige Alleinstellungsmerkmale — um mal den deutschen Begirff für USP zu verwenden — habe ich bisher noch nicht finden können.

One thought on “Evernote: Eine Alternative zum physischen Notizbuch?”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *