Rausgeschmissene Steuergelder? Der Breitbandatlas

Im Breitbandatlas des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie soll man nachschlagen können, ach wie viele Möglichkeiten man doch für einen Breitbandzugang in Deutschland hat. Soviel zur Theorie. Wenn man aber de facto auf die T-Com angewiesen ist, was den DSL-Anschluss betrifft, bleibt nicht mehr viel. Satellit dürfte flach fallen. So schlecht kann selbst die T-Com einen DSL-Anschluss nicht betreiben, dass sich so etwas rechnet. UMTS könnte eine Alternative sein. Ich fürchte nur, dass das auch schnell sehr langsam wird, wenn es bezahlbar wird. iesy ignoriert mich eh mit meiner Anfrage, wann ich denn Internet über Kabel bekommen kann.

Also bleibt eigentlich nur DSL. Sucht man im Breitbandatlas nach alternativen Anbietern, so hatte ich kein Glück. Beim ersten ergab die Verfügbarkeitssuche nur, dass dies nicht überprüft werden kann. Der zweite hatte nur Wischi-Waschi Aussagen, die vielleicht für Firmen interessant sein mögen. Ich hatte aber extra nach Privatnutzung gesucht.

Es bleibt also das Monopol der T-Com, wenn es um die eigentliche Leitung geht. Dazu brauche ich aber keinen Breitbandatlas, der wahrscheinlich wieder Unsummen verschlungen hat.

Bevor man nun wieder auf dem "Rosa Riesen" herumdrischt, sollte man sich aber fragen, warum denn kein anderer Anbieter eigene Leitungen verlegt: Diese wollen das große Geld in den Ballungsräumen machen. Die T-Com hat aber Leitungen (fast) überall. Vielleicht sollte sich die Regulierungsbehörde oder der Gesetzgeber mal folgendes Modell überlegen: Wer in Deutschland in das Telekommunikationsgeschäft einsteigen will, darf das nicht nur in Ballungsräumen tun. Für jeden Anschluss in Berlin/München/Köln müssen n Anschlüsse in Dorf Güll, Kirtorf und Mücke etc. geschaltet werden. Das verstößt zwar im Zweifel gegen EU-Recht. Schließlich ist es egal, wie es den Bürgern geht, hauptsache (ausländische) Investoren haben leichten Zugang zu unseren Märkten.

Vor einiger Zeit wurde im c't magazin zur Frage gestellt, warum Deutschland im Vergleich zu Süd-Korea so technikfeindlich sei. Die Antwort ist einfach. Wenn Technik einfach funktionieren würde und im Störungsfall einfach repariert würde, sähe es anders aus. Liest man aber die einschlägige Litaratur, so findet man neben Fehlerberichten, die natürlich dazu gehören, weniger Lösungsvorschläge als viel mehr Odyssen von Hotline zu Hotline.

Soll das die Lösung sein?

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